I.2.4. Microsoft Produktaktivierung

Die Produktaktivierung wurde von Microsoft bereits in Windows XP eingeführt und sollte vor allem die Piraterie verhindern, d.h. das unrechtmäßige Kopieren und Installieren auf vielen Rechnern. Während es bei Windows XP noch spezielle Volumen-Lizenz-Keys (VLKs) gab, über die man eine unbeschränkte Anzahl an gleicher oder auch komplett unterschiedlicher Hardware aktivieren konnte, gibt es diese „Flatrate-Keys“ bei Windows Vista und Windows 7 nicht. Ebenfalls hat Microsoft die Aktivierung auch für das Büropaket Microsoft Office 2010 eingeführt. Volumenlizenzkeys gibt es weiterhin, jedoch ist die Aktivierung deutlich komplexer und fehleranfälliger geworden und erfordert Expertenwissen.

I.2.4.1. Grundlagen der Produktaktivierung

Für die Produktaktivierung von Windows 7 bietet Microsoft mehrere Varianten an, von denen nur die SLP-Variante wirklich einfach und praktikabel ist. Die zweite KMS-Variante ist zu kompliziert und die Voraussetzungen für den Einsatz sind meist nicht vorhanden. Die dritte Variante ist diejenige, die im Zusammenhang mit dem neuen logoDIDACT® Key-Management-Server funktioniert und hier ausführlich beschrieben wird.

Aktivierung über Microsoft KMS (Key-Management-Server)

KMS ist ein Dienst von Microsoft, über den die Windows 7 Arbeitsstationen im Netzwerk aktiviert werden können. Der KMS-Server selbst wird dabei mit einem mindestens 25 Lizenzen umfassenden Windows 7 Volumenlizenzkey über das Internet aktiviert. Erst nachdem sich der fünfundzwanzigste Windows 7 Rechner am KMS-Server im lokalen Netz meldet, beginnt die Aktivierung aller Stationen. Diese Methode der Aktivierung erfordert in jeglicher Hinsicht einiges an Administrationsaufwand und ist aufgrund der Komplexität bei weitem nicht so zuverlässig, wie andere Varianten. Zudem stellt die Anzahl von mindestens 25 Windows 7 Stationen eine Hürde dar, die oftmals nicht erreicht werden kann. Nicht zuletzt läuft der Microsoft-KMS nur auf einem Windows Server oder auf einer Windows 7 Arbeitsstation, was in einer virtuellen Umgebung auf dem logoDIDACT® Server machbar wäre, aber zusätzlichen Zusatzaufwand verursacht. Die Aktivierung über den Microsoft-KMS wird deshalb hier nicht beschrieben und kann auch nicht supportet werden.

BIOS-Aktivierung oder SLP (System-Locked Preinstallation)

Diese Methode ist die einfachste und zuverlässigste Methode, um Windows 7 Stationen mit logoDIDACT® und Rembo/mySHN® zu betreiben. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der PC oder das Notebook vom Hersteller zusammen mit Windows 7 geliefert werden. Nur dann ist im BIOS ein Code hinterlegt, der zusammen mit einem Produktkey und einem Zertifikat Windows 7 aktiviert. Der Vorteil dabei ist vor allem, dass der Rechner die Aktivierung vollkommen autonom mit sich selbst durchführt und weder online ins Internet geht noch sonst Kontakt mit einem Microsoft-Server oder Dienst aufnehmen muss. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass diese Aktivierungsmethode bereits ab der Stückzahl 1 funktioniert. Der „Nachteil“ liegt aber darin, dass der Rechner MIT Windows 7 Professional gekauft werden muss und SLP in der Regel nur von Markenherstellern realisiert wird.

Produktaktivierung über logoDIDACT®-KMS (Key-Management-Server)

Um die Probleme mit bestehenden Aktivierungsmethoden und Diensten zu beheben, wurde von SBE ein eigener KMS entwickelt. Vor allem unterstützt der logoDIDACT®-KMS die Microsoft-Volumenlizenzkeys vom Typ MAK (Multiple Activation Key), aber auch Einzelproduktkeys.

I.2.4.2. Aktivierung mit dem logoDIDACT® Key-Management-Server

Wie bereits erwähnt, sind die verschiedenen Aktivierungsmethoden, die Microsoft für Windows 7 oder Office 2010 zur Verfügung stellt alles andere als trivial und in vielen Situationen in der Praxis auch nicht einsetzbar, weil die Voraussetzungen dafür nicht gegeben sind. Zudem sind die Anforderungen an die Umgebung schwierig und deren technische Umsetzung für Laien kaum machbar.

Mit dem logoDIDACT® Key-Management-Server hingegen können Sie auch als Laie die Aktivierung von Windows 7 und Office 2010 im Zusammenhang mit Rembo/mySHN® einfach und zuverlässig durchführen. Der logoDIDACT® Aktivierungs-Server für Windows 7 und Office 2010 wird in Anlehnung an den Microsoft Key-Management-Server auch einfach als logoDIDACT® KMS-Server benannt. Im Gegensatz zum Microsoft KMS-Server benötigt der logoDIDACT® KMS-Server KEINE speziellen Volumenlizenz-Keys vom Typ „KMS“, sondern kommt mit Einzelprodukt-Keys und vor allem auch MAK-Volumenlizenzkeys zurecht.

I.2.4.2.1. Übersicht über den Ablauf der Aktivierung mit MAK-Keys

In der folgenden Grafik ist veranschaulicht, wie die Aktivierung zwischen Client, Microsoft und dem logoDIDACT®-KMS Server stattfindet. Der kostengünstigste und übliche Weg der Lizenzierung von Windows 7 für Schulen erfolgt in aller Regel über Microsoft OPEN-Lizenzverträge. Darüber erhalten Sie dann die sogenannten Volumenlizenzkeys, zumeist in beiden Ausprägungen als KMS-Key und MAK-Key. Der MAK (Multiple Activation) Key umfasst dabei eine Anzahl an Produktaktivierungen für EINEN Lizenzkey und arbeitet wie ein Zähler. Pro Aktivierung zählt der Counter im Online-Portal von Microsoft die verwendeten Aktivierungen um eins hoch. Damit Sie die Anzahl an Aktivierungen im Internet online nachverfolgen können, benötigen Sie einen Zugang zu Windows Live ID. Alle notwendigen Informationen finden Sie auf der Internetseite https://www.microsoft.com/licensing/servicecenter. Im Bereich Verwaltung müssen Sie dort zunächst Ihre Open License hinzufügen. Dann kann es bis zu 24 Stunden dauern, bis Sie die Lizenzdaten im Menü Lizenzen und Untermenü Beziehungszusammenfassung einsehen können.

Ablauf der Aktivierung von Windows 7 über MAK und logoDIDACT®-KMS

Abbildung I.2.82. Ablauf der Aktivierung von Windows 7 über MAK und logoDIDACT®-KMS


I.2.4.2.2. Installation des logoDIDACT® KMS-Servers

Der logoDIDACT® KMS-Server wird durch ein ldupdate (aktuell über das Developer Repository ldupdate --dev) automatisch als Paket auf dem logoDIDACT® Linux Server eingespielt. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Softwarepflege für den logoDIDACT® Server besteht und Updates möglich sind. Der logoDIDACT® KMS-Server ist an den Start des Rembo-Servers gekoppelt, d.h. wenn dieser startet, startet automatisch auch der logoDIDACT® KMS-Server. Beide Prozesse laufen aber in unabhängigen Speicherbereichen voneinander, nutzen jedoch die gleiche mySHN Dateistruktur.

I.2.4.2.3. Ordnerstruktur und Arbeitsweise des logoDIDACT® KMS-Server

Innerhalb des mySHN Stammordners legt der logoDIDACT® KMS-Server den Unterordner credstore an. Dort liegen die Lizenzierungsinformationen zu jedem Computer mit verschiedenen Angaben zu seinem Betriebssystem, der oder den MAC-Adressen und einer eindeutigen Kennung. Über alle diese Informationen wird der PC oder das Notebook erkannt und die Aktivierung durchgeführt. Rembo/mySHN® greift auf diese Informationen zu und spielt die für die Aktivierung notwendigen Informationen differentiell für jedes Gerät passend ein. Sie dürfen innerhalb des Ordner credstore weder Dateien noch Ordner löschen anpassen oder anlegen.

I.2.4.2.4. Aktivierung des ersten Windows 7 Clients

Für die Aktivierung gibt es auf der Client-Seite für die Windows 7 Station den logoDIDACT® Key-Management-Client. Die unter Windows ausführbare Datei wird direkt in die Installation eingespielt und kann einfach über die Tastenkombination Windows+R (früher StartAusführen) und der Eingabe mykmc aufgerufen werden. Ergänzend zu dem Client gibt es die Konfigurationsdatei myKMC.conf, in der im Wesentlichen die IP des zu kontaktierenden logoDIDACT® KMS-Servers eingetragen werden kann. Dies ist z.B. beim Einsatz mehrerer parallel arbeitender Rembo/mySHN® Server notwendig.

Durchführung der Aktivierung

Abhängig davon, ob Sie bei der Installation Ihrer Windows 7 Arbeitsstation einen Produktschlüssel angegeben haben oder nicht, müssen Sie jetzt entweder nur die Aktivierung alleine durchführen oder den Produktschlüssel eingeben und dabei aktivieren.

  1. Starten Sie Ihre noch nicht aktivierte Arbeitsstation synchronisiert

  2. Melden Sie sich als Benutzer pgmadmin an der Domäne an

  3. Öffnen Sie die Systemsteuerung

  4. Wählen Sie als Anzeige-Option Kleine Symbole und klicken Sie anschließend auf System.

    Systemsteuerung des Computers

    Abbildung I.2.83. Systemsteuerung des Computers


  5. Wenn Sie bei der Installation bereits einen Produktkey verwendet, aber die Aktivierung noch nicht durchgeführt haben, brauchen Sie lediglich den Link aktivieren wählen. Haben Sie keinen Lizenzkey bei der Installation eingegeben, müssen Sie diesen nun eingeben und die Aktivierung erfolgt dann im Anschluss automatisch. Wenn Sie einen Volumenlizenzkey vom Typ MAK, d.h. einen Multiple-Activation-Key vorliegen haben, dann sollten Sie diesen verwenden.

  6. Prüfen Sie, ob Windows nun anzeigt, dass es aktiviert ist

  7. Starten Sie jetzt den logoDIDACT® Key-Management-Client myKMC.exe über die Eingabe mykmc im Dialog StartAusführen (Tastenkombination Windows+R). Wenn der logoDIDACT® KMS-Server auf Serverseite läuft, sollte der Client starten und folgende Oberfläche erscheinen. Sollte der Client nicht über Doppelklick starten, muss er innerhalb einer Command-Box mit der Angabe der Server-IP gestartet werden: myKMC.exe –server 10.16.1.1

    logoDIDACT® Key-Management-Client

    Abbildung I.2.84. logoDIDACT® Key-Management-Client


    Abhängig davon, ob Sie den Client vor, während oder nach der Aktivierung aufrufen, wird der Status der Lizenzierung der Produkte Windows 7 und Office 2010 (als Office 14 aufgeführt) angezeigt, als:

    • Das Produkt ist lizenziert!

    • Das Produkt ist nicht lizenziert!

    • Das Produkt befindet sich in der Evaluationsphase!

  8. Speichern der Lizenzierungsinformationen

    Durch Wahl des Diskettensymbols werden die Lizenzierungsinformationen auf den logoDIDACT® KMS-Server übertragen.

  9. Erstellen Sie ein Image in Rembo/mySHN®

    Das brauchen Sie nur zu tun, wenn Sie Ihren Windows-Key erst JETZT eingegeben haben. Haben Sie dies bereits während der Installation gemacht, dann ist dieser Lizenzschlüssel auch schon im Image enthalten.

I.2.4.2.5. Aktivierung weiterer Windows 7 Clients

Übertragen Sie das aktuelle Windows 7 Image auf alle Ihre Rechner. Abhängig davon, ob Sie für Windows 7 einen einzigen Volumenlizenzkey (MAK-Key) für eine bestimmte Anzahl an Aktivierungen vorliegen haben oder viele Einzelkeys für jeweils einen Rechner, ist das weitere Vorgehen mit etwas mehr oder eben weniger Aufwand verbunden. In jedem Fall müssen Sie ein einziges Mal an jede Windows 7 Arbeitsstation gehen, dort die Aktivierung durchführen und mit dem logoDIDACT® Key-Management-Client die Informationen an den Lizenzserver übertragen. Der Normalfall ist der Einsatz eines MAK Volumenlizenzkeys und der Vorgang beschränkt sich dann auf die Online-Aktivierung mit anschließendem Speichern der Infos über myKMC.exe. Bei Windows 7 Einzellizenzkeys müssen Sie zusätzlich an jedem PC einen separaten Einzelplatz-Lizenzkey eingeben.

I.2.4.3. SLP (System-Locked Preinstallation) oder BIOS Produktkey-Aktivierung

Wie bereits erwähnt, ist diese Methode die einfachste und zuverlässigste Methode, um Windows 7 Stationen mit logoDIDACT® und Rembo/mySHN® zu betreiben, weil der Rechner die Aktivierung gewissermaßen mit sich selbst durchführt. Für die Aktivierung über SLP werden 3 Dinge benötigt. Ein Eintrag im BIOS des Computers, ein Windows 7 Produktkey und ein OEM-Zertifikat. Sofern der Rechner mit einer Windows 7 OEM-Lizenz gekauft wurde, sollte der Eintrag im BIOS in der so genannten SLIC-Table vorhanden sein.

[Achtung]Achtung

Bitte beachten Sie, dass Sie die OEM-Installation eines mit Windows 7 vorinstallierten Rechners NICHT mit Rembo/mySHN® übernehmen können, sondern eine Neuinstallation entsprechend der Anleitung durchführen müssen. Dafür benötigen Sie aber aus einer dieser OEM-Installationen den OEM-Key und ein Zertifikat. Weiterhin benötigen Sie für die Neuinstallation eine Windows 7 Professional Installations-CD.

I.2.4.3.1. Zertifikat aus OEM Installation extrahieren

Um das notwendige Zertifikat und den Key zu extrahieren, benötigt man eine Installation exakt so, wie diese auf dem Rechner beim Auslieferungszustand hinterlegt ist. Sollte diese Installation nicht mehr vorhanden sein, muss man diese über die mitgelieferte Recovery-CD wiederherstellen. Sowohl der Lizenzkey als auch das Zertifikat lassen sich „per Hand“ mit mehr oder weniger großem Aufwand extrahieren, als auch über vorhandene Tools einfach und schnell automatisch erzeugen. Ein gut nutzbares Tool dafür ist Activation Backup and Restore von Brian Mathis (siehe www.directedge.us). Der direkte Downlod-Link lautet: http://directedge.us/files/abr/ABRbeta.exe.

[Achtung]Achtung

Der aus der Recovery-Installation extrahierte Windows 7 Produktkey stimmt NICHT überein mit dem Lizenzkey, der auf dem COA-Sticker auf dem Computer steht. Bei dem OEM-Key handelt es sich um einen Key, der flächendeckend von dem jeweiligen Hersteller für eine ganze Baureihe an PCs eingesetzt wird.

I.2.4.3.1.1. Zertifikat über Tool activation_backup extrahieren

Das oben erwähnte Tool automatisiert im Wesentlichen das, was man auch von Hand aus einer OEM-Installation extrahieren kann und im Anschluss beschrieben ist. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir keinen Support für dieses Tool leisten können. Für die Benutzung lesen Sie bitte die Readme-Datei und wenden sich bei Problemen an den Entwickler. Zum Auslesen des Zertifikats und des OEM-Keys aus einer Installation rufen Sie activation_backup.exe auf.

Die Tools activation_backup und activation_restore

Abbildung I.2.85. Die Tools activation_backup und activation_restore


Nach einiger Zeit erscheinen dann die Dateien backup-key.txt mit dem Key und backup-cert.xrm-ms mit dem Zertifikat. Den OEM-Key können Sie dann bereits bei Neuinstallation von Windows 7 verwenden oder auch nach der Installation eintragen. Das Zertifikat können Sie dann über activation_restore.exe zurückspielen.

I.2.4.3.1.2. Zertifikat manuell extrahieren und wieder einspielen
  1. Zertifikat aus der Recovery-CD des Herstellers auslesen: Häufig befindet sich das fertige Zertifikat bereits auf dem mitgelieferten Datenträger des Herstellers. Es sollte dann unter dem Pfad SOURCES\$OEM$\$$\SYSTEM32\OEM zu finden sein. Hierbei ist darauf zu achten, dass dafür die Anzeige sowohl für versteckte als auch System-Dateien aktiviert sein muss. Falls kein Zertifikat auf der Recovery-DVD vorhanden ist oder diese nicht zur Verfügung steht, muss man das Zertifikat manuell extrahieren. Das Zertifikat befindet sich bei Windows 7 in der Datei tokens.dat im VERSTECKTEN Ordner C:\Windows\ServiceProfiles\NetworkService\AppData\Roaming\Microsoft\SoftwareProtectionPlatform.

  2. Bearbeiten der Datei tokens.dat mit einem Hex-Editor: Um die Datei bearbeiten zu können, benötigt man einen Hex-Editor (z.B. WinHex, erhältlich unter http://www.x-ways.net/winhex/index-d.html) und sucht dann innerhalb der Datei nach dem Begriff "OEM Certificate". Etwa 350 Byte darüber sollte der String

    <? xml version= " 1.0 " encoding= " utf-8 "? >

    stehen. Ab dieser Position markiert man den Bereich bis zum nächsten Vorkommen des Strings

    </r: license >

    und speichert danach die Markierung in eine Datei mit der Endung .xrm-ms ab (z.B. cert-hp.xrm-ms).

  3. Windows 7 Neuinstallation durchführen: Nun erfolgt die Windows 7 Neuinstallation entsprechend der Anleitung in einer mit Rembo/mySHN® neu angelegten Partition. Nach der Installation kann man dann Zertifikat und Key einspielen.

  4. Zertifikat einspielen: Am neu installierten Rechner muss das Zertifikat mit Administrator-Rechten und dem Kommando slmgr -ilc Zertifikat.xrm-ms (z.B. slmgr -ilc "C:\cert-hp.xrm-ms") installiert werden. Nach einer kurzen Wartezeit erscheint eine Erfolgsmeldung.

  5. OEM-Lizenzkey einspielen: Es muss beachtet werden, dass nur sogenannte OEM SLP Product Keys benutzt werden können und eine erfolgreiche Aktivierung zulassen. Der Windows-Produktkey kann ähnlich wie das Zertifikat eingespielt werden: slmgr -ipk Windows_Product_Key

[Achtung]Achtung

Wie oben erwähnt, verwenden PC-Hersteller OEM-Keys und Zertifikate, die flächendeckend für eine ganze Baureihe an PCs eingesetzt werden. Solange ein solches Image (OEM-Key und Zertifikat sind im Image gespeichert) also auf Computersysteme dieses Hersteller verteilt wird und die Rechner einen Eintrag im BIOS haben, wird Windows 7 darauf sofort aktiviert sein. Ein vereinheitlichtes Image auf Rechnern verschiedener Hersteller ist über diese Methode der Aktivierung aber nicht möglich.

I.2.4.4. Office 2010

Wie im Zusammenhang mit den grundlegenden Informationen zur Microsoft Produktaktivierung bereits erwähnt, stellt Microsoft auch für seine neueste Office-Version keine Volumenlizenzkeys mehr zur Verfügung, die eine unbegrenzte Anzahl Aktivierungen an beliebig verschiedener Hardware erlauben. Aber mit dem logoDIDACT® Key-Management-Server ist auch eine Aktivierung mit Office MAK-Keys möglich und auch die Aktivierung über Einzelkeys. Einzelkeys gibt es z.B. im Produkt Office 2010 class-in-a-box vom Microsoft/Cornelsen Verlag, das von vielen Schulen eingesetzt wird.

[Warnung]Warnung

Bitte beachten Sie, dass die Keys selbstverständlich auch zu der jeweiligen Office-Version passen müssen.

Durchführung der Aktivierung

  1. Melden Sie sich als Benutzer pgmadmin an der Domäne an

  2. Installieren Sie unter dem Benutzer pgmadmin Ihre Version von Office 2010 entsprechend der Anleitung des Herstellers. Wenn Sie einen Volumenlizenzkey (MAK) für Ihr Produkt zur Verfügung haben, dann verwenden Sie bitte diesen Key.

  3. Erstellen Sie nach der Installation und dem Test der Applikation ein Image. Dieses Image müssen Sie analog zu dem Vorgehen bei Windows 7 dann auf alle PCs verteilen. Erst danach beginnt die eigentliche Phase der Aktivierung. Möglicherweise ist Office 2010 auf Ihrer Masterstation bereits aktiviert, weil im Image die notwendigen Lizenzinformationen für exakt dieses Station stimmen.

  4. Abhängig davon, ob Sie bei der Installation von Office 2010 einen Volumenlizenzkey verwendet haben oder nicht, müssen Sie jetzt an jeder Arbeitsstation entweder nur die Aktivierung alleine durchführen oder den Produktschlüssel eingeben und dabei aktivieren.

  5. Prüfen Sie, ob Office 2010 an Ihrer Masterstation aktiviert ist. Starten Sie dazu den logoDIDACT® Key-Management-Client aus dem Verzeichnis C:\Windows. Die mykmc.exe wird beim Imaging in dieses Verzeichnis kopiert und steht auch nur für Rechner mit Imaging zur Verfügung. Durch Doppelklick auf myKMC.exe startet der Client und nimmt Verbindung mit dem logoDIDACT® KMS auf. Sollte der Client nicht über Doppelklick starten, muss er innerhalb einer Command-Box mit der Angabe der Server-IP gestartet werden: myKMC.exe –server 10.16.1.1

    Prüfung und Durchführung der Office 2010 Aktivierung

    Abbildung I.2.86. Prüfung und Durchführung der Office 2010 Aktivierung


    Im obigen Beispiel ist Windows 7 aktiviert, aber Office 2010 (hier als Office 14 bezeichnet) noch nicht. Starten Sie die Aktivierung durch Drücken des Schalters aktivieren. Sollten Sie bei diesem Vorgang Probleme haben, dann ist hierfür eventuell ein Proxyserver verantwortlich und Sie müssen die Aktivierung aus Office 2010 heraus durchführen.

  6. Prüfen Sie, ob Office 2010 nun anzeigt, dass es aktiviert ist

    Office 2010 ist aktiviert über logoDIDACT®-KMC

    Abbildung I.2.87. Office 2010 ist aktiviert über logoDIDACT®-KMC


    Ob das Produkt aktiviert ist, lässt sich auch in Office 2010 selbst prüfen.

    Aktivierung in Office 2010 selbst prüfen

    Abbildung I.2.88. Aktivierung in Office 2010 selbst prüfen


  7. Speichern der Lizenzierungsinformationen. Durch Wahl des Diskettensymbols werden die Lizenzierungsinformationen auf den logoDIDACT® KMS-Server übertragen.

    Lizenzinformationen für Aktivierung von Office 2010 speichern

    Abbildung I.2.89. Lizenzinformationen für Aktivierung von Office 2010 speichern


    Nach kurzer Zeit erhält man eine entsprechende Bestätigung, dass die Lizenzinfos gesichert wurden.

    Lizenzinformationen wurden auf dem logoDIDACT® Key-Management-Server gesichert

    Abbildung I.2.90. Lizenzinformationen wurden auf dem logoDIDACT® Key-Management-Server gesichert


  8. Weitere Office 2010 Clients aktivieren. Führen Sie die obigen Schritte der Aktivierung jetzt an weiteren Stationen durch.

    [Achtung]Achtung

    Sie brauchen im Zusammenhang mit der Aktivierung KEINE Images erstellen! Sie gehen lediglich an jede Arbeitsstation, führen die Aktivierung von Office 2010 durch und sichern die Lizenzinformationen auf dem logoDIDACT®- Key-Management-Server. Bevor Sie das an allen Stationen tun, sollten Sie die Funktionsfähigkeit zunächst an zwei oder drei Stationen prüfen, d.h., Sie führen die Aktivierung und Sicherung der Lizenzinformation an einigen Rechnern durch und starten diese dann synchronisiert mit Rembo/mySHN®. Anschliessend prüfen Sie, ob an allen diesen Rechnern Office 2010 als aktiviert angezeigt wird.

    Wenn Sie Einzel-Lizenzkeys von Office 2010 vorliegen haben, dann müssen Sie zusätzlich vor jeder Aktivierung, den jeweiligen Lizenzkey ändern. Aber auch bei dieser Konstellation brauchen Sie keine Images zu erstellen.

    Ändern des Lizenzkeys in Office 2010

    Abbildung I.2.91. Ändern des Lizenzkeys in Office 2010


I.2.4.5. Automatisierung der Office 2010 Einzelaktivierung

Beim Office 20120 class-in-a-box Paket (ciab) muss nicht nur jede einzelne Arbeitstation aktiviert und die Aktivierungsinformation mit myKMC gesichert werden, sondern auch jeweils der Einzel-Produktkey geändert werden.

Sofern man lediglich 20-30 Computersysteme auf diese Art und Weise aktivieren soll, hält sich der Aufwand dafür in Grenzen. Spätestens aber bei 50 und mehr Einzel-Lizenzkeys lohnt sich eine Automatisierung des Aktivierungsvorgangs.

Zunächst ist bei der Installation von Office class-in-a-box zu beachten, dass sowohl der richtige Datenträger verwendet wird, als auch bereits einer der jeweils 10 Keys, die in einem solchen Paket stecken.

Das Office 2010 class-in-a-box Paket mit passendem Datenträger

Abbildung I.2.92. Das Office 2010 class-in-a-box Paket mit passendem Datenträger


Ansonsten ist die Installation durchzuführen, wie im vorherigen Abschnitt erklärt, d.h. inkl. Aktivierung mit dem ersten Einzelkey, Sicherung mit myKMC und Erzeugung eines Images. Danach wird das Image auf die Clients verteilt und dann kann mit der Automatisierung der Aktivierung begonnen werden.

Im ersten Schritt wird dazu auf dem Server im Verzeichnis /myshn/patches eine Datei map_host2key.conf erstellt.

Sofern man über einen Scanner und eine gute OCR-Software verfügt, kann man die Einzelproduktkeys auf elektronische Weise gewinnen und in der Datei abspeichern. Als Beispiel für eine OCR-Software sei hier das Programm Abby FineReader genannt, für das man eine 15 Tage Testversion herunterladen kann (http://finereader.abbyy.de/). Problematisch beim Scannen und Erkennen der Codes über eine OCR-Software ist allerdings die Tatsache, dass die Einzelkeys aufgeklebt und deshalb oft schräg versetzt sind, was eine Texterkennung erschwert.

[Achtung]Achtung

Die Barcodes auf den Lizenzblättern haben leider nichts(!) mit dem Keys zu tun haben, sonst könnte man die Sache natürlich noch etwas einfacher mit einem Barcode-Scanner erledigen.

Bevor man im Bereich der Key-Erkennung per OCR aber zu viel Zeit investiert, ist die manuelle Eingabe durch Abtippen der Keys eventuell auch schneller. Die Eingabe in einer Textdatei hat aber in jedem Fall den Vorteil, dass man eine genaue Zuordnung zwischen verwendetem Key und dem Rechner hat und bei eventuellen Fehlaktivierungen am Client gezielt den Key in der Liste auf Tippfehler hin überprüfen kann.

# Rechner     Office Key
r100-01       AAAAA-BBBBB-CCCCC-DDDDD-EEEEE
r100-02       FFFFF-GGGGG-HHHHH-IIIII-JJJJJ
r100-03       KKKKK-LLLLL-MMMMM-NNNNN-OOOOO
r100-04       PPPPP-QQQQQ-RRRRR-SSSSS-TTTTT
...

Der zweite Schritt besteht darin, dass man in der Datei patch-nt-user.ref einen Eintrag erstellt, der den Office-Einzelkey über die Umgebungsvariable O2K10KEY auf der Clientseite zur Verfügung stellt.

#####################################
# Office 2010 Key Patch
#####################################
[HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Session Manager\Environment]
"O2K10KEY"=map:/patches/map_host2key.conf
#####################################

Durch den Mapping-Eintrag bekommt jeder Client entsprechend der Zuordnung seinen individuellen Key.

Im dritten Schritt wird ein Anmeldeskript benötigt, über welches die Aktivierung durchgeführt wird. Dazu legt man auf Serverseite einen Ordner für das Office-Aktivierungsskript an: /home/samba/progs/Anmeldung/OfficeAktivierung. In diesen Ordner legt man das folgende Skript unter dem Namen start.bat ab. Nur mit diesem Namen wird es beim Login auch automatisch ausgeführt.

[Achtung]Achtung

Das Anmeldeskript start.bat sollte nur für den Zeitraum der Produktaktivierung aktiviert sein und danach durch umbennen des Skripts in start_deaktiviert.bat wieder deaktiviert werden.

Weiterhin ist zu beachten, dass die Aktivierung nacheinander erfolgen muss, d.h. man darf auf keinen Fall mehrere Clients parallel aktivieren.

@echo off
echo.
echo            ------------------------------------
echo            * Microsoft Office 2010 Aktivierung *
echo            ------------------------------------
echo.
if "%OS%"=="Windows_NT" goto start
echo Fehler: Dieses Skript benoetigt Windows NT oder hoeher!
goto end

IF NOT "%USERNAME%"=="pgmadmin" (
REM echo "Als User pgmadmin anmelden"
goto end )

:start         
IF "%O2K10KEY%"=="" (
echo Produkt nicht fuer Aktivierung vorgesehen.
goto end )

# Pfadangaben abhänig ob Windows XP/7, 32 Bit oder 64 Bit
# Windows XP 32 Bit:
# cd  /D "C:\Programme\Microsoft Office\Office14"
# Windows 7 64 Bit:
# cd /D "C:\Program Files (x86)\Microsoft Office\Office14"
# Windows 7 32 Bit (Standard):
cd /D "C:\Program Files\Microsoft Office\Office14"

# REM Start Microsoft Office Software Protection Platform Service
# bei Windows XP muss osppsvc explizit gestartet werden:
# net start osppsvc

# ACHTUNG: die folgenden 4 Zeilen im Skript ohne Zeilenumbruch einfügen
for /F "tokens=1,2,3 delims= " %%a in ('cscript ospp.vbs /dstatus')  
do IF %%c==---LICENSED--- ( 
echo Produkt bereits aktiviert. 
goto end )
               
echo Aktiviere Microsoft Office 2010...
cscript ospp.vbs /inpkey:%O2K10KEY%
# hier die letzten 5 Zeichen des im Image eingetragenen 
# ersten Office-Einzel-Keys eintragen:
cscript ospp.vbs /unpkey:H3GVB
cscript ospp.vbs /act
mykmc --save

:end
echo.               

Die eigentliche Aktivierung erfolgt nun durch eine Anmeldung als Benutzer pgmadmin an jeder Arbeitstation. Dabei werden im wesentlichen drei Dinge nacheinander automatisiert ausgeführt: der Produktkey wird geändert, die Online-Aktivierung von Office bei Microsoft wird durchgeführt und die Aktivierungsinformationen werden über mykmc auf dem logoDIDACT® Key-Management-Server gesichert.

Auch dieser Vorgang lässt sich noch etwas vereinfachen, indem man einen Autologin für den Benutzer pgmadmin in der patch-nt-user.ref einträgt. Die Gefahr von Fehlaktivierungen wird dadurch allerdings größer, wenn man sich nicht strikt an das sequentielle Einschalten der Rechner hält.


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